1515, Oktober 12

Akten 1515

Testament des Wilhelm Gotzman, Glaser und Bürger zu Wien, darin u.a. folgende Verfügungen: Bestattung auf dem Stephansfreithof beim Predigtstuhl und Kruzifix, das Gotzman herstellen und einsetzen ließ;  Vollmacht für Dr. Ulrich Gebhart zur Eintreibung von 1400 fl. rh., die Gotzman im Prozess gegen Herrn Hans Hauser vor dem Landmarschallgericht zugesprochen wurden. Sobald diese Summe zur Verfügung steht, verschiedene Legate, darunter 50 fl. an die Universität zum Bau der Sebastianskapelle vor dem Stubentor und 50 fl. ans Predigerkloster für ein Sakramentshäuschen. – Von dem Honorar von 380 fl. rh. für Arbeiten, die Gotzman für Kaiser Maximilian I. in der Burg zu Wiener Neustadt verrichtet hat, hat er 100 fl. nachgelassen, um den Kaiser zur Unterstützung im Prozeß wegen der 1400 fl. zu bewegen, der Rest von 280 fl. ist noch ausständig. Den nach Abzug der Legate verbleibenden Rest der 1400 fl. vermacht Gotzman zu gleichen Teilen seiner Frau Magdalena und seinen unmündigen Söhnen Wilhelm und Hensel; letzteren soll das Haus am alten Fleischmarkt zufallen, wenn beide unmündig sterben, sollen Magdalena bzw. die blutsverwandten Erben Gotzmans je die Hälfte bekommen. – Gotzman erwähnt, dass er zur Zeit, als er von Kaiser Maximilian ins Oberland (Süd- od. Südwestdeutschland) berufen wurde, mit Katharina von Possingen verheiratet war. Die Testamentsvollstreckung wird Bürgermeister und Rat der Stadt Wien anvertraut.

Literatur

Literatur- / Quellenverzeichnis: Perger, 2005

Stelle / Nr / Seite: 42

Kommentar: Perger, 2005, 42; WStLA, HA-Akten 35/16.Jhdt., fol. 1r–6v; Uhlirz, 1896, Nr. 15604.

Zitierempfehlung
Wissensdatenbank zu St.Stephan, Schriftquellen, 2020.03.30
http://www.sanktstephan.at/quellen/1515-oktober-12/

Datum: 30.03.2020

bearbeitet: Barbara Schedl

erstellt: Barbara Schedl