Kirchmeisterrechnung 1408

fol.1[1]

Auflistung der Einnahmen von Remanenzposten (ausständige Forderungen), Zinsen, Diensten, Geschäften und Renten von dem Kirchmeister Hanns Mosprunner aus dem Jahr 1408 beginnend mit 24 Dezember 1407.

Die eingenommenen Forderungen, die von der letzten Rechnungslegung (1407) ausständig waren inklusive des Weines betragen 268 Pfund und 89 Pfennig.

Aufgelistet werden die Einnahmen von der Verpachtung des Gewölbes unter der Schule von den Zechen: 14 Pfund 60 Pfennig

Die Einnahmen aus dem Dienst zu Weihnachten betragen 35 Pfund 77½ Pfennig; der Dienst zu St. Georg 25 ½ Pfund 17 ½ Pfennig; der Dienst zu St. Michael 33 Pfund 30 Pfennig 1 Obulus;

Die Einnahmen von dem Turm des Franz Heun betragen 210 Pfund.

Die Einnahmen vom Verkauf von drei Fuder Wein; wovon 32 Viertel ausgeschenkt wurden betragen 46 Pfund 50 Pfennig.

Die Summe der Einnahmen aus Forderungen, der Dienste, der Weinverkaufs und des Turms betragen 632 Pfund 6 Schilling 24½ Pfennig.

Einnahmen aus Geschäften und Spenden (Stiftungen) für den Kirchenbau:

Jorg Nicolspurkch stiftet 10 Schilling; Rudolf Angervelder spendet ½ Pfund zum Pflastern der Kirche; der Bruder des Schreibmeisters stiftet zum Pflastern der Kirche 60 Pfennig. Die Gesamtsumme beträgt 2 Pfund.

Aufgelistet werden die Einnahmen vom Kirchengeläut, dem Verkauf von Windlichtern, Steckkerzen und Leichentücher; jeweils von Weihnachten bis zum St. Georgstag bzw. von da bis zu Weihnachten.

fol.2[2]

Die Gesamtsumme beträgt 67 Pfund 7 Schilling 8 Pfennig.

Aufgelistet werden die Einnahmen aus Sammlungen: Die Sammlung aus der Truhe in der Sakristei, das Drittel der Fastensammlung von Passau, der dritte Teil der Adventsammlung und die Einnahmen aus den Opferstöcken in der Kirche ergeben eine Gesamtsumme von 139 Pfund 50 Pfennig.

Die Gesamtsumme aller Einnahmen beträgt 842 Pfund 1 Helbling.

fol.3[3]

Auflistung der Ausgaben für das Jahr 1408 beginnend mit 24 Dezember 1407 von dem Kirchmeister Hanns Mosprunner.

Aufgelistet werden verschiedene Zimmermannsarbeiten zu der kirichen notdurft: Zimmern und verlegen einer hölzernen Dachrinne (aichen rinn) auf der Abseite (Seitenschiff) der Kirche (8 Tagwerke) Summe 5 Schilling; verschiedene Zimmermannsarbeiten im Zusammenhang mit der Verlegung der Dachrinne, sowie Ausbesserungsarbeiten (130 Tagwerke) Summe: 10 Pfund 6 Schilling 20 Pfennig

Vermerkt werden die Kosten für Zimmermannsarbeiten an der Schule mit einer Holzrinne und anderem Holz, Lattennägel mit einer Summe von 9 Pfund 5 Schilling 12 Pfennig;

Ein Knecht mit 142 Tagwerke und dann 6 Tagwerke

Die Gesamtsumme für die verschiedenen Zimmererarbeiten beträgt 26½ Pfund 12 Pfennig

Aufgelistet werden die Kosten für das geflöste Holz, die Latten und das Nagelholz:

Kosten für das Holz für die Dachrinne in der Kirchenabseite zu führen und aufzulegen betragen 1 Pfund; das (Zusammen-) Nageln von 24 Holzstücken (Latten?) mit einer Summe von 7 Schilling vermerkt; Der Ankauf und der Transport von 200 Latten für das Gerüst kostet 4 Pfund 5 Schilling 10 Pfennig

Mit dem Grefenauer wurde der Transport für Bauholz und das Holz für die Rinne mit einer Summe von 24 Pfund 44 Pfennig abgerechnet. Die Gesamtsumme für den Holztransport beträgt 30 Pfund 5 Schilling 24 Pfennig

Vermerkt werden die Kosten für 200 große Nägel für 2½ Pfund; 2000 Lattennägel für 1 Pfund, die Anfertigung von 42 Werkstücke für die Mauerbänke, der Lohn für den Parlier für 2 Wochen sowie die Steinfuhr mit einer Summe von 7½ Pfund; notiert werden die Ausgaben für 20 Fuder Sand mit einer Summe von 1 Pfund sowie ein Haufen Mauerstein für das Dach inklusive deren Transport mit einer Summe von 6 Pfund 70 Pfennig. Die Gesamtsumme für Nägel, Mauerstein, Werkstücke und Sand beträgt 18 Pfund 70 Pfennig.

fol.4[4]

Vermerkt werden die Ausgaben für das Anfertigen für Wachs, Docht, Stäbe.

Kauf von 1 ½ Zehntner Wachs 15 Pfund 5 Schilling; Der Mesner erhält für die Anfertigung entsprechend geformten Wachs für die Osterliturgie, für die Windlichter und der Steckkerzen 14 Schilling 18 Pfennig, für 5 Stäbe für die Taufkerzen und Windlichter 70 Pfennig und für ein Pfund Docht 60 Pfennig; für die weitere Anfertigung von entsprechendem Wachs und Docht 3 Schilling 16 Pfennig. Die Gesamtausgaben für Wachs, Docht und Stäbe betragen 18 Pfund 3 Schilling 14 Pfennig.

Vermerkt werden die Ausgaben für Lichtöl: Der erste Einkauf war bereits zu St. Thomas 1407 (21. Dezember); 11½ Zentner und 4 Pfund Öl zu 23 Pfund 18 Pfennig; dann 2½ Zentner und 19 Pfund Öl zu 8 Pfund 15 Pfennig; darnach 1 Zentner Öl zu 2 Pfund 10 Pfennig. Die Gesamtsumme des gekauften Lichtöls beträgt 33 Pfund 43 Pfennig.

Vermerkt werden verschiedene Ausgaben für die Kirche und der Sakristei.

Der Chonrade bekommt für den Transport von blauem (plabe) und weißem Leinen, sowie rotem und weißem Zwilich (derber Baumwollstoff) 2 Pfund 73 Pfennig und um davon für die Gesellen Mäntel und Säcke zu Gottleichnam anzufertigen 5 Schilling 12 Pfennig.

Vermerkt werden Ausgaben für Papier und Register für die Rechnungslegung von 82 Pfennige.

Ausgaben für das Mahl bei der Rechnungsprüfung, die am St. Valentinstag (14. Februar) 1408 stattgefunden hat 7 Pfund 45 Pfennig

Vermerkt wird der Lohn des Kirchschreibers, den er für das Eintreiben von Diensten und Zinsen bekommen hat. Summe 4 Pfund

Vermerkt werden die Ausgaben für das Sommergewand für den Kirchschreiber, den Küster und den Mesner Summe 9 Pfund; Die Kosten für das Wintergewand für den Schreiber, Küster und Mesner betragen 6 Pfund.

Der Lohn für den Organisten der kleinen Orgel für das ganze Jahr beträgt 3 Pfund.

Der Lohn für die Hannsin, die Glaserin, für drei Tage beträgt 10 Pfund.

Ausgaben für das Sommergewand der Mesnerknechte betragen 1 Pfund 20 Pfennig; die für deren Wintergewand 6 Schilling.

fol.5[5]

Lohn der Mesnerknechte für die das Hüten des Chores und der Kirchenbeleuchtung 12 Schilling. Der Lohn des Totengräbers beträgt 1 Pfund.

Vermerkt werden die Ausgaben für den Kauf, Transport und Wägen der Kohle von 17 Schilling 13 Pfennig; die Kosten für das Semmelmehl zum Backen der Oblaten von 86 Pfennig; der Einkauf von Zweigen zu Ostern um 16 Pfennig; die Kosten für das Hüten des Heiligen Grabes von 48 Pfennig; der Lohn für den Mesner für das Aufrichten des Heiligen Grabes von 48 Pfennig. Der Kantor bekommt ½ Pfund. Zwölf Schüler bekommen für das Lesen der Psalter 14 Schilling 12 Pfennig

Der Krämer Pischolf bekommt für zwei Steinfuhren 60 Pfennig.

Die Kosten für die Planierung des Friedhofes mit den Steinen betragen 5 Schilling 10 Pfennig.

Vermerkt werden die Ausgaben für das Pflastern bzw. Verlegen des Kirchenbodens: Bezahlt werden 6 Tagwerke zu je 4  Groschen, 12 Tagwerke zu je 12 Pfennig sowie das Verlegen mit einer Summe von 14 Schilling 24 Pfennig, sowie das Verlegen der Ziegel (Bodenziegel) und deren Transport mit einer Summe von 7 Schilling

Vermerkt werden die Kosten des Zimmerers und des Schmids für die Anfertigung von Gitter für die Altäre von 12 Schilling 11 Pfennig.

Vermerkt werden Mistfuhren aus dem Friedhof, sowie Reinigungsarbeiten an den Friedhofstoren mit einer Summe von 9 Schilling und 4 Pfennig. Der Stadtschreiber bekommt für den Rechnungsbrief 60 Pfennig.

Für das Reinigen (Schmücken) der beiden Türen im Wachturm werden 17 Schilling 26 Pfennig ausgegeben.

Der Lohn für den Weinkoster für fünf Fulder beträgt 5 Schilling 10 Pfennig. Vermerkt werden die Kosten von 12 Paar Ampullen von 5 Schilling 10 Pfennig

Das Schmücken (Reinigen) von 150 Lampen zu 6 Schilling 14 Pfennig.

Für Schneeschaufeln und Räumung des Schnees aus den (Dach-)rinnen werden 7 Schilling 14 Pfennig ausgegeben.

Notiert werden Ausgaben (Einschreibgebühren) für ein Haus in Gumpendorf von 24 Pfennig.

Für den Ofen in der Steinhütte, für den Kantor und für die Steinhütte werden Ausgaben von 5 Schilling 10 Pfennig vermerkt.

Ausbesserungsarbeiten an der kleinen Orgeln kosten ½ Pfund.

Ein Seil für die Glocke (mit dem Namen Stephanerin) kostet 80 Pfennig.

Borten für die großen Tücher kosten 3 Schilling 12 Pfennig

Ausgaben für das Mähen (habern) der Äcker in Inzersdorf 13 Schilling 13 Pfennig

fol.6[6]

Vermerkt werden Ausgaben für 200 Lampen: Summe 1 Pfund

Vermerkt werden Ausgaben für Reparaturarbeiten an der großen Glocke und die Anfertigung von zwei Schlösser für den Turm: Summe 5½ Pfund 12 Pfennig

Vermerkt werden die Ausgaben von Schindelnägel: Summe ½ Pfund 12 Pfennig

Lohn für (Jungfrau) Kätherlein für die Anfertigung von Chorröcken für die Gesellen sowie diverser Näharbeiten: Summe 3 Pfund 3 Schilling 12 Pfennig

Vermerkt werden Zahlungen an den Ramperstorffer für 300 Dachziegel und 200 Bodenziegel sowie deren Transport: Gesamtsumme 4 Pfund 5 Schilling 22 Pfennig

Vermerkt werden die Zahlungen an den Tischler Chern für 3 Holzrahmen und eine Truhe für die Kirche: Summe 7 Schilling 17 Pfennig

Vermerkt werden die Lohnzahlungen an den Kirchschreiber und die Kosten für das Kirchross, das dem Kirchmeister gehört: Summe 15 Pfund

Hofzins für den Weinkeller der Kirche Summe 14 Schilling

Vermerkt wird der Vor-Lohn (Vorausbezahlung) des Zimmermanns Summe 12 Schilling

Lohn für den Kantor Summe 12 Schilling

Vermerkt werden die Ausgaben für die Anfertigung von 4 Fahnen aus Seide und Taft Summe 4 Pfund 3 Schilling 18 Pfennig

Vermerkt werden die Gesamtsumme an verschiedenen Ausgaben für Wachs und Öl mit 109 Pfund 7 Schilling 13 Pfennig

Vermerkt werden die Ausgaben für Jahrtagstiftungen mit einer Gesamtsumme von 11 Pfund 3 Schilling 12 Pfennig

fol.7-fol.9[7]

Auflistung der Ausgaben in den kircheneigenen bzw. den von der Kirche bewirtschafteten Weingärten. Die Gesamtsumme der Ausgaben beträgt 105 Pfund 7 Schilling 28½ Pfennig.

Gesamtsumme aller Ausgaben für Mieten und Pacht 354 Pfund 4 Schilling 6½ Pfennig

fol.10-fol.11[8]

Auflistung aller Forderungen (Dienste) für die der Kirchmeister bei seiner Rechnungslegung nicht haften muss. Summe beträgt 178 Pfund 4 Schilling 6 Pfennig

Der Kirchmeister Hanns Mosprunner bleibt 308 Pfund 7 Schilling 18 Pfennig schuldig

Auflistung von Forderungen, die nicht zur Rechnungslegung gehören, wie Dienste oder Weinbestände

Die Stadt Wien bleibt bereits zum 3. Mal die herzogliche Abgabe sowie die städtische Abgabe schuldig: Summe 832 Pfund.

[1] Uhlirz 1901/1902, 275-276

[2] Uhlirz 1901/1902, 276

[3] Uhlirz 1901/1902, 277

[4] Uhlirz 1901/1902, 277-279

[5] Uhlirz 1901/1902, 279

[6] Uhlirz 1901/1902, 280

[7] Uhlirz 1901/1902, 280-283

[8] Uhlirz 1901/1902, 283-285

Literatur

Literatur- / Quellenverzeichnis: Uhlirz, 1901/1902

Stelle / Nr / Seite: 275-285

Link: https://archive.org/details/dierechnungende00uhligoog/page/n7

Archivangaben: Österreichische Nationalbibliothek Cod. 12951

Zitierempfehlung
Wissensdatenbank zu St.Stephan, Schriftquellen, 2020.07.14
http://www.sanktstephan.at/quellen/kirchmeisterrechnung-1408/

Datum: 14.07.2020

bearbeitet: Barbara Schedl

erstellt: Barbara Schedl