1520, Mai 26

Die Wiener Bürger Michel Rorer und Petter Wannckler, Zechmeister der Fleischhackerzeche „St. Niclas Bruderschaft“ auf der Empore, „parkhirchen“, in St. Stephan in Wien, melden, dass Cristoff Zallinger, Fleischhacker und Wiener Bürger an seinen letzten Zeiten zu seinem und seiner Angehörigen und auch aller Brüder und Schwestern der Bruderschaft Seelenheils Willen eine ewige Wochenmesse in der genannten Bruderschaft auszurichten und zu widmen befohlen hat und seine Hausfrau Helena als Ausrichterin und Vollstreckerin seines letzten Willens befohlen hat, laut seines Geschäfts im Wiener Stadtbuch, welche sie nach seinem Tod, wenn ihr das am füglichsten sein will, mit 150 Pfennige aufrichten und stiften soll und danach gedachte Helena Zeyllingerin dem Johann Trapp, Doktor der heiligen Schrift, auch Mertten Rechperger ihrem Hauswirt, den sie nach Cristoffen Zeyllinger geheiratet hat, als Ausrichter und Vollführer ihres Geschäfts, ebenso im Stadtbuch zu Wien eingeschrieben, auszurichten befohlen hat, die dann den Ausstellern die 150 Pfund in baren Geld und guter Münze ausgefolgt haben, auch ein braunes seidenes Messgewand mit seiner Zugehörung, einen silbernen vergoldeten Kelch mit seiner Zugehörung und eine „Corporaltasche“ mit einem „corporal“ darin, auch ein auf Papier gedrucktes Messbuch und ein paar zinnenen Kännchen zu der Aussteller und der genanntne Bruderschaft Handen gereich. Dafür verpflichten sie sich, dieselbe gestiftete Wochenmesse wöchentlich und zu ewigen Zeiten auf St. Niclasaltar auf der „parkhirchen“ in St. Stephan zu Wien lesen zu lassen. Für versäumte Messen ist, wie oft das geschieht und das wissentlich gemacht und „darumben angerett“ wurden, die Bruderschaft zum Bau von St. Stephan zu Wien ein halbes Pfund Pfenninge schuldig „an alles nachlassen“ einem Kirchmeister der Kirche zu bezahlen. Diese gegenwärtige Verschreibung, von der zwei Briefe in gleichem Wortlaut geschrieben und verfertigt wurde, soll einer bei dem genannten Merten Rechperger sein Leben lang bleiben und nach seinem Tod bei den nächsten Erben der genannten Helena Zeyllingerin, dem ältesten, hinterlegt werden. Der andere Brief soll in der Sakristei der genannten St. Stephanskirche durch den Chormeister und den Laienkustos verwahrt werden, damit der Chormeister und der Laienkustos Aufsehen haben“, dass die ewige Wochenmesse wöchentlich gehalten und gelesen wird. Weil aber die selige Helena Zeyllinger die gestiftete Wochenmesse in ihrem Leben, Herrn Hannsen Schmidtpauer auszurichten und zu lesen befohlen hat, übernehmen ihn die Aussteller und wollen im jährlich 5 Pfund dn. reichen und geben, vier Mal im Jahr zu jeder Quartember 10 ß dn, und so soll es auch mit seinen Nachfolgern gehalten werden. Wenn aber der benannte Herr Hanns stirbt, soll durch den Aussteller oder deren nachkommenden Zechmeister mit Wissen und Willen eines ehrsamen Handwerkers der genannten Bruderschaft diese ewige Wochenmesse einem Priester, der der Bruderschaft täglich „gesechen“ werde, verliehen werden.

 

Literatur

Literatur- / Quellenverzeichnis: QGStW

Stelle / Nr / Seite: II/4, Nr. 6213.

Kommentar: Der geben ist an dem heiligen phingst abent. . . . „Rückaufschrift: Cristoffen Zeylingers stiftbrieffe ainer wochen meß in der fleischhacker zech alhie“.

Abbildungen

Archivangaben: 6213; AT-WStLA_HAUrk_6213; mit zwei Sekreten (IV C) in grünem Wachs an Pergamentpresseln: 1. Gut erhalten, im Schild steigender Wolf mit Halsband, einen Schwan raubend, auf Helm Schwan zwischen Büffelhörnern: S. Andre - P - achole; 2. in länglichem Vierpaß, Schild ausgebrochen, auf Helm Schachrochen ..... - Scharner.Besiegelt mit Anndre Pa/echele, der zeit ainer der verweser des ratt der statt Wienn, und herrn Hannsen Schadner, auch burger daselbs, anhangunden insigel verfertig. Rückaufschriften: Cristoffen Zeylingers stiftbrieffe ainer wochen meß in der fleischhacker zech alhieA1520ten . - Radierte Stelle. -2/1520 .

Zitierempfehlung
Wissensdatenbank zu St.Stephan, Schriftquellen, 2019.12.06
http://www.sanktstephan.at/quellen/1520-mai-26/

Datum: 06.12.2019

bearbeitet: Barbara Schedl

erstellt: Barbara Schedl