1520, März 8

Wolfgang Kirchhofer, Verweser des Bürgermeisteramts und die Verweser des Rats der Stadt Wien beurkunden, dass ehemals ihr Mitbürger Hanns Scheibelwiser drei ewige Wochenmessen, eine in der Ehre „Unserer lieben Frau“, die andere St. Bartholomäus, des heiligen Apostels und die dritte in Ehren St. Anna auf dem Annenaltar in St. Stephanskirche „hie“ zu stiften geschafft hat, die dann durch Magdalena, Witwe des Scheyblwisers, die auch mit Simon Pötl verheiratet war, gebessert wurde und wovon dem Wiener Magistrat die Lehenschaft zugestellt wurde. Da dieselbe durch Abgang oder Übergabe eines Kaplans ledig wurde, sodass der Magistrat dieselbe dem „eltern maister“ der sieben freien Künste in dem fürstlichen „collegi“ hie, der auch sonst keine Gottesgabe hat und Priester ist oder zusagt innerhalb einer Jahresfrist Priester zu werden, alles laut des Stiftsbrief, der darum ausgestellt wurde, verleihen sollen. Da den Ausstellern nun aber dieselben drei Wochenmessen durch Abgang und Tod Herrn Thoman Röschen, Lizentiat der hl. Schrift und Meister der sieben freien Künste ledig wurde, haben sie die Messen auf „anzaigen“ der „wolgelerten des fürstlichen collegi prior und seiner mitcollegiatn“ Jacoben Widman aus der Neustat, auch Meister in den sieben freien Künsten, als dem älteren, der kein Benefizium in dieser Zeit hatte, verliehen. Er kann die drei Messen selbst oder durch einen andern ehrbaren Priester ausrichten.

Zession ohne Einverständnis der Aussteller ist unstatthaft.“ Siegler: Diese mit „gemainer“ Stadt anhängenden Siegel.

 

Literatur

Literatur- / Quellenverzeichnis: QGStW

Stelle / Nr / Seite: II/4, Nr. 6211

Kommentar: der geben ist zu Wienn, an phinztag nach dem sontag Reminiscere in der vastn. . . . Rückaufschriften: I. Herren Jacoben Wydmans zehen brieff uber Hannsen Scheybelwyser und Simon Potls stift des datum usw. 1520ten Dazu eine gleichzeitige beglaubigte Abschrift auf Papier (Wasserzeichen: Reichsapfel) von Notar Synesius Vorster, Magister der freien Künste und aus päpstlicher und kaiserlicher Gewalt offener Notar, welcher das Original mit dem größeren, „unbemalkhten“ Siegel der Stadt Wien verfertigt vorgefunden hat, die Klausel geschrieben und hie mit eigener Hand unterschrieben hat (Unterschrift: M. Synesius Vorster notarius m. propria subscripsit). „Rückaufschrift: Maister Jacob Widmans lehenbrieffs auf Hannsn Scheiblwisers stift, des datum usw. 1520ten. Copi. 7 / 1520.“

Literatur- / Quellenverzeichnis: Camesina, 1874.

Stelle / Nr / Seite: Nr. 589

Abbildungen

Archivangaben: 6211; AT-WStLA_HAUrk_6211; Siegel samt Pressel fehlt. Siegler: Diese mit . . . gemainer stat anhangundem innsigl, Rückaufschriften: I. Herren Jacoben Wydmans zehen brieff uber Hannsn Scheyblwysers und Simon Potls stift des darum usw. 1520ten 2. Wr. Archiv 7/1520 . 3. 83135.

Zitierempfehlung
Wissensdatenbank zu St.Stephan, Schriftquellen, 2020.03.30
http://www.sanktstephan.at/quellen/1520-maerz-8/

Datum: 30.03.2020

bearbeitet: Barbara Schedl

erstellt: Barbara Schedl