1516, Juni 16

Der Wiener Bürger Ulrich Luntzer und seine Frau Elspeth haben mit Handen Hannsen Süess, zu den Zeiten Bürgermeister und des Rats der Stadt Wien 3 lb 40 dn. jährliches „gelts“ Burgrekcht auf ihrem Viertel Haus gegenüber St. Stephansfreithof, um 64 lb dn guter Landswährung in Österreich verkauft. Davon kommen 40 lb aus „weilent“ Annen, Witwe des Hainrichen Wachsgeißers und 24 lb dn aus „weilent“ Elspethen, Witwe des Ulrich Kerzenmachers, seligen Stift, das man von den genannten 24 lb jährlich 3 lb dn zu Burgrecht gedient und nachmals dieselben 3 lb von dem obbenannten Rat in 1 lb und 48 dn gemässigt und beide Burgrechte zusammen gefügt worden sind, wovon ein jeder Kaplan der zwei genannten Stifte jährlich 34 Messen lesen soll. Diese 3 lb 48 dn Burgrecht haben sie Wolfganngen Retzer, Pfarrer zu Schwechat, als Kaplan der genanntne 34 Wochenmessen, verkauft. Die Aussteller und ihre Erben sollen dasselbig Burgrecht jährlich davon reichen und dienen zu zwei Tagen im Jahr, zu St. Georgstag und St. Michaelstag, zu jedem Tag 12 ß 24 dn und haben mit dem nägsten Dienst zu reichen angehebt zu St. Georgstag. Bezüglich der Versitzung und der Ablösung des Burgrechts gelten die üblichen Bestimmungen. Aussteller sind des obgemelten Burgrechts auf dem genannten Viertel Haus des Wolfganngen Retser und seiner nachkommenden Kapläne der 34 Messen, die auf dem Allerheiligenaltar in St. Stephanskirche zum Heil der zwei Stifterinen gehalten werden sollen, „recht gwern und scherm für allen abgang“.

 

Literatur

Literatur- / Quellenverzeichnis: QGStW

Stelle / Nr / Seite: II/4, Nr. 6103.

Kommentar: Geben zu Wienn, an montag nach sand Veits tag. ... Rückaufschrift: Vlrich Luntzers satz und purckhrecht brief uber der phunnd achtundvierzig phenning gelts der Hainrich waxgiesserin und vlrich kherzlmacherin stift wölche bed zusamen getragen auf seinen haus bei Sannd Steffan verschrieben datum usw. 1516tn;

Literatur- / Quellenverzeichnis: Camesina, 1874.

Stelle / Nr / Seite: Nr. 579;

Kommentar: (Camesina: Besiegelt mit der Stat Wienn Gruntsiegel und von Hainrich Frannkh, Bürger zu Wien)

Literatur- / Quellenverzeichnis: Uhlirz, 1895–1897.

Stelle / Nr / Seite: 1896, Nr. 15607.

Abbildungen

Archivangaben: 6103; AT-WStLA_HAUrk_6103; mit zwei wohlerhaltenen Siegeln an Pergamentpresseln: 1. in rotem Wachs (IVC) = Pet-tenegg in Gesch. der Stadt Wien II/l, S. 24, Fig. 16: 2. 2.Siegler: Die Stadt Wien mit anhangundem gruntinnsigill und Hainrich Frannkh auch burger hie. Rückaufschrift: Vlrich Luntzers satz und purckhrecht brief uber dreu phunnd achtundvierzig phenning gelts der Hainrich waxgiesserin und vlrich kherzlmacherin stift wölche bed zusamen getragen auf seinen haus bei Sannd Steffan verschriben datum usw. 1516tn Wr. Archiv 3/5 19((auf der Pressel).

Zitierempfehlung
Wissensdatenbank zu St.Stephan, Schriftquellen, 2019.12.06
http://www.sanktstephan.at/quellen/1516-juni-16/

Datum: 06.12.2019

bearbeitet: Barbara Schedl

erstellt: Barbara Schedl