1511, nach Juli 15

Akten 1511

Meister Michel Tichter, Grabmeister (Bauführer am Grabmal Kaiser Friedrichs III.), und Hans Probst, Steinmetz nehmen im Namen der Wiener Bauhütte der Steinmetzenbruderschaft bei der Niederösterreichischen Regierung zu einer Beschwerde des neuen Wiener Baumeisters Anton Pilgram Stellung. Meister Jörg Öchsl habe das ihm von der Stadt Wien übertragene Amt eines Baumeisters zu St. Stephan etliche Jahre versehen und im Auftrag der Stadt mit dem Bau eines Orgelfußes begonnen. Als dieser zur Hälfte fertig war, habe ihm die Stadt Wien den Auftrag entzogen und Meister Anton damit betraut. Öchsls Bemerkung, dass einer, der das kleine mache, auch das große machen solle, habe die Stadt als Kündigung des Baumeisteramts gewertet und dieses an Anton übertragen. Da dieser durch Verdrängung eines Kollegen die Statuten der Steinmetzenbruderschaft verletzt habe, sei er nicht, wie sonst üblich, zum Vorsitzenden der Wiener Bauhütte und Verwalter der Bruderschaftskasse bestellt worden, sondern Tichter, dem Öchsl die Büchse (Kasse) übergeben habe. Bei einer Bruderschaftstagung in Klosterneuburg am jüngsten Veitstag (15. Juni/ richtig: der Veittag ist der 15. Juli) seien auch Statutenverletzungen Antons während seines Wirkens in Brünn bekannt geworden.

 

Literatur

Literatur- / Quellenverzeichnis: Perger, 2005

Stelle / Nr / Seite: 125

Kommentar: Perger, 2005, 125; Abdruck des seit 1853 verschollenen Originals im Taschenbuch für die vaterländische Geschichte, Jg. 10 (1829), 4–13; Oettinger, 1951, 98–100.

Literatur- / Quellenverzeichnis: Oettinger, 1951.

Stelle / Nr / Seite: 98–100

Zitierempfehlung
Wissensdatenbank zu St.Stephan, Schriftquellen, 2020.02.18
http://www.sanktstephan.at/quellen/1511-nach-juli-15/

Datum: 18.02.2020

bearbeitet: Barbara Schedl

erstellt: Barbara Schedl