1302, Dezember 13

Testament des Hierz, Bürgers von Wien: Hierz, Bürger, gesssen am Grieß und seine Hausfrau stiften an zahlreiche Kirchen, Klöster und Spitäler in Wien, darunter auch zum Werk von St. Stephan 2 Pfund Pfennige.
Zeugen: Greiffe, Conrad der Hubmeister, Ulrich pei den Minner Brudern, Johann der Schreiber, Friedrich der Stadlauer, Conrad und Eberhart die Urbetschen, Dietrich der Urbetsch, Georg, Johanns Eidam und ander vrum leut genuch. Siegler: Abt Wilhelm von den Schotten, Abt Ebro von Zwettl und die Zeugen Heimo und Otto.

Text im Archiv von Stift Zwettl:

Bürger Hierz „gesezzen an dem Griezz“ zu Wien, Schaffer des verstorbenen Otte Herrn Hainen Sohn, macht mit Zustimmung seiner Frau Halke sein Testamtent: er vermacht zu seinem Seelenheil dem Gotteshaus St. Maria der Schotten zu Wien den Weingarten „Piber“ beim SchottenWeingarten in Ottakring: der Abt soll dem Siechmeister jährlich für das Siechhaus acht Pfund geben, vier Pfund für einen Jahrtag und vier Pfund den Siechen für tägliches Gedenken. Weiters vermacht er die zwei Weingärten „Pilichdorfer“ und „die Oed“ in Ottakring, die nach dem Rat der Äbte Wilhalm von den Schotten und Ebro von Zwettl und auch dem seiner Herren Haimo und Otto verkauft werden sollen, um seinen ¾ Weingarten „Nv°zzel“ von den Juden zu St. Pölten abzulösen; vom übrigen Gut soll man um 30 Pfund eine Gülte von drei Pfund kaufen für die Kapelle St. Maria Ottos „Nevstift“ Haimen „eninchel“. Vom übrigen Erlös jeweils fünf Pfund den Predigern, den Minoriten, den Augustinern, den Nonnen von St. Nicla, zu St. Maria Magdalena, zur Himelporten, jeweils vier Pfund zu St. Jacob, zu St. Laurenz, zwei Pfund zum Bau von St. Stephan, drei Pfund Ruegern, Herrn Simons Sohn; sechs Schilling Gülte für die Kapelle Herrn Otten „Nevstift“ auf zwei Holden zu „Molesdorf“, Michaeli zwei Käse acht Pfund wert, Weihnachten zwei Hühner acht Pfund wert, Ostern 30 Eier und Pfingsten vier „Umgevhvenr“ vier Pfund wert; für die Kapelle noch eine Wiese acht Tagwerk in Hinperch; seiner Frau Hailke vermacht er den ¾ Weingarten „Nvzzel“ auf Lebenszeit, nach ihrem Tod geht er an Kloster Zwettl, das aber folgende Auszahlungen zu tätigen hat: 20 Pfund „dem Heiligen Chreutz“, jeweils fünf Pfund St. Laser, zum Chlagpaum, für St. Johans der Herren Alsse, dem Heiligen Gaist, zu St. Andre hintz dem Geraeut, zu Maria am Gestade. Von dem Geld sollen für jede Kirche Gülten gekauft werden, damit man für die Familie des Ausstellers ein Gedächtnis halten kann. Weiters vermacht er seiner Frau auf Lebenszeit das Haus „an dem Griezz“, nach ihrem Tod geht es zur Hälfte an den Schottenabt als Testamentsvollstrecker und zur Hälfte an das Bürgerspital zu Wien. Siegler: Aussteller, Abt Wilhalm, Abt Eber und seine Herren Haimo und Otto (Söhne Ottonis). Zeugen: Greif, Konrad der Hovbmaister, Ulrich bei den Minnern Pruedern, Johann der Schreiber, Friedrich der Stadlawer, Konrad und Eberhart die Vrbaetschen, Dietrich der Vrbetsch, Gorge, Herrn Johanns aidem

 

Literatur

Literatur- / Quellenverzeichnis: Hauswirth, 1859.

Stelle / Nr / Seite: 109, Nr. 91

Kommentar: an sand Lucien tag

Literatur- / Quellenverzeichnis: Winner/Herold, 2001.

Stelle / Nr / Seite: Nr. 429

Kommentar: WINNER - HEROLD Nr. 429

Abbildungen

Transkription / Übersetzung:

Deutsch;
Ich Hierz ze den zeiten pvrger gesezzen an dem Griezze ze Wienne vnd weilen ee schaffer des erbern Herren Hern Otten, Hern Haimer svn, dem got gnade, vergiech vnd tuen chund allen den, di disen brief lesen oder horend lesen, di nv lebent vnd hernach chvnftig sind, Daz ich mit meiner hausvrowen vern Hailken guetem willen vnd gvnst und mit vorverdachtem muet und mit zeitigem rat meiner vreund vnd mit gesundem leib ze der zeit, do ich iz wol getven macht, geschaffet han allez mein gescheft, daz ich weiz, daz meiner sel nutz und guet ist. Des ersten so han ich Hierz geschaft lauterlich dvrich Got vnd dvrich meiner vordern sel willen vnd dvrich meiner sel vnd meiner hausfrowen sel Hailken meinen weingarten, der do lait datz Otachring pei der Schotten weingarten, der da haizzet der piber, auf daz Gotshavs vnser vrowen hin ze den Schotten ze Wienne also weschaidenlichen, daz der abt von den Schotten nach meinem tod schol antwrten dem Siechmaister in der Schotten Siechhaus acht phunt wienner phenning geldes vur denselben weingarten, also daz er von vier phvnden geltes allev iar bege meinen iartach, vnd daz er von den andern vier phvnden geltes troest die siechen, daz si meiner Sel dovon tegelichen gedenchen. Darnach so schaff ich an derselben stat datz Otachring zwai jeuch wein wachst, der ainez haizzet der Pilichdorfer vnd daz ander di Erd, also daz man di verchauffe nach der erbern herren rat, Abt Wilhalms von den Schotten vnd abt Eberns von Zwetel, vnd nach meiner heren rat, hern Haimen vnd hern Otten, vnd von demselben guet schol man loesen meinen weingarten, der do haizzet daz Nuzzel, des drev viertail sind, von den Juden von Sand Polten, swaz der stet, vnd swaz des vbrigen guetes ist, do schol man des ersten von chauffen drevphvnt geltes vmb dreizig phunt phenning auf die Chappeln vnser vrowen, hern Otten neustift hern Haimen eningchel, vnd swas des vorgenannten guetes vber die losvng vnd vber die dreizig phvnt phenning wiert, dovon schol man geben den Predigern fumf phunt phenning, den Minnern Prudern fumf phvnt phenning, den Augusteinern fumf phunt, den Nunnen hin ze sand Nicla fumf phunt, ze Sand Marie Magdalen funf phunt, ze der himelporten funf phunt, ze Sand Jacob vier phunt, ze Sand Laurenzen vier phvnt, ze dem werche hin ze Sand Stephan zwai phunt, hern Rvgern hern Symons svn drev phunt. – Darnach so schaf ich auf die vorgenannten Chappelen, hern Otten Neustift, sechs Schilling geltes do zu Molesdorf‘ auf zwain holden vnd zwen ches an sand Michelstag, di schvllen acht phenning wert sein, vnd ze Weinachten zwai hvnr, di schvllen auch acht phenning werth sein, vnd ze Ostern dreizig aiger, vnd ze pfingsten vier iunger hvnr, di schvllen vier phening werth sein. Darnach schaff ich auf die vorgenanten Chappellen mein wisen da ze Hintperch, der acht tagwerch sint. Darnach so schaff ich meiner hausvrowen vern Hailken den vorgenanten meinen weingarten, der do haizzet daz Nuzzel, des drev viertail sind, den si haben schol unverchummert vntz an ir tod, vnd nach irem tod so schaff ich in auf daz Gotshaus hintz Zwetel. Wer aber daz., daz mein hausvrow in dichain gepresten oder in dehain ehaft noet queme, den schullen ir di bruder von Zwetel selb dritte verziehen, wan si ir daz gelobt habent, vnd so dfiz geschieht, so schullen sich di bruder des vorgenanten weingarten vnderwinden, vnd nach meiner hausvrowen tod schullen die bruder von Zwetel von demselben Weingarten geben zwainzig phunt wienner phenning hintz dem heiligen Chreuzz, hintz Sand Laser fumf, zv dem Chlagpavm fumf, zv Sand Johans der herren als fumf, zv dem heiligen Geiste fumf, zv sand Andre hintz dem gereutte fumf, zv vnser vrowen auf der Stetten fumf, vnd vmb dieselben phenning schol man zv isleicher chirchen gult chauffen, daz man meiner vodern sel vnd meiner hausvrowen sel und meiner sel dovon ewichliche gedenche. Darnach so schaff ich meiner hausvrown mein haus an den Griezze, do ich inne pin, vntz an irn tod, und nach irm tod so schaff ich dazselbe haus halbes dem apt von den Schotten, daz er im mein gescheft dester baz lazz enpholhen sein, vnd daz ander tail desselben hauses schaff ich hinze der purger Spital ze Wienne, das sic dovon meiner vodern sel und meiner hausvrowen sel vnd meiner sel ewichlichen gedenchen. Vnd datz dicz geschefft furbaz ewich lichen stet vnd vnzebrochen weleib, darvber so han ich vorgenanter Hierz gegeben disen brief zu einem vrchund vnd zu einem gezeug vnd zu einer vestung dieser sache versigelten mit meinem insigel vnd mit der erbern herren insigeln, abt Wilhalms von den Schotten vnd apt Ebers von Zwetel vnd meiner herren hern Heimen vnd hern Otten insigeln, di diser sach gezeug sind mit irn insigeln, vnd sind auch des gezeug her Greiffe, her Chunrat der hubmaister, her Ulrich pei den Minner Brudern, her Johan der schriber, her Fridrich der Stadlawer, Chunrad vnd Eberhart di Vrbetschen, Dittrich der Vrbetsch, Gorge hern Johans aidem vnd ander vrum leut genuch. Dieser brief ist gegeben ze Wienne, do von Christes gepurt warn ergangen tausend iar drevhvndert iar in dem andern iar darnach, an sand Lucien tag.“

Archivangaben: 1302 XII 13; AT-StiAScho_SchottenOSB_1302 XII 13; 3 Siegel, das Siegel des Schottenabtes Wilhelm fehlt Stiftsarchiv Schotten, Wien (http://www.schottenstift.at) Pergament

Zitierempfehlung
Wissensdatenbank zu St.Stephan, Schriftquellen, 2019.11.22
http://www.sanktstephan.at/quellen/1302-dezember-13/

Datum: 22.11.2019

bearbeitet: Barbara Schedl

erstellt: Barbara Schedl